Adipositasbehandlung

Die Adipositaschirurgie wurde bereits vor etwa 10 Jahren an der Klinik durch Prof. Dr. M. Büsing etabliert. Durch die Mitgliedschaft in der Deutschen Adipositasgesellschaft und in verschiedenen Arbeitgemeinschaften zur Adipositaschirurgie ist gewährleistet, dass aktuelle Entwicklungen bei der Verfahrenswahl ständig berücksichtigt werden. Sämtliche Erstvorstellungen neuer Patienten erfolgen in der Sprechstunde von Prof. Büsing. Die Nachbehandlungstermine erfolgen in der Adipositassprechstunde der Chirurgischen Ambulanz nach vorheriger Anmeldung auch auf Überweisung.

Zu den erfahrenen Operateuren gehören ferner die Oberärzte Frau Dr. Knapp, Frau Dr. Riege und Herr Dr. Saada.

Operative Methoden

Der Magenballon

Dabei wird in Verbindung mit einer Magenspiegelung ein flüssigkeitsgefüllter Kunststoffballon mit einem Volumen von 500 bis 700 ml in den Magen platziert.

MagenballonDer Ballon führt zu einem rascheren Völlegefühl und hilft dem Patienten die Mahlzeiten zu begrenzen. Als wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme muss allerdings der Verzicht auf süße Speisen oder kalorienreiche Getränke (insb. Kohlenhydrate und Alkohol) eingehalten werden.

Der Ballon muss nach etwa sechs Monaten entfernt oder gegen einen neuen ausgetauscht werden.

Das Magenband

MagenbandHier wird mittels minimalinvasiver Operationstechnik, der sog. "Schlüssellochoperation", ein Kunststoffband um den oberen Anteil des Magens gelegt und dieser förmlich eingeschnürt. Mit dieser "Radikalmethode" wird die Aufnahme größerer Mahlzeiten unmöglich.

Das nachfolgende Video zeigt detailiert die erfolgreich durchgeführte laparoskopische Magenbandanlage. Als einzige Klinik in Deutschland verfügen wir über umfangreiche Erfahrung auch in der Magenbandanlage als ambulante Operation. Bei Patienten ohne besondere Risiken planen wir die Magenbandanlage daher ambulant!

Laparoskopische Magenbandanlage

Der sichere Erfolg dieser Operationstechnik ist unumstritten und trotzdem von einer guten Mitarbeit der Patienten abhängig. In ausgewählten Fällen kommen andere Operationsverfahren wie der Magenbypass oder die Bildung eines Magenschlauchs in Frage. Das Therapiekonzept wird in jedem Fall individuell nach einem intensiven Vorgespräch festgelegt.

Schlauchmagenanlage (Sleeve-Resektion)

Bei der Schlauchmagenoperation oder "Sleeve-Resektion" wird der Magen über seine gesamte Länge massiv verschmälert und dadurch das Magenvolumen erheblich reduziert. In der Regel liegt die Magenkapazität nach der Operation nur noch bei 150 bis 200 ml. Dementsprechend reduziert sich die Nahrungsaufnahme erheblich und es wird rasch ein Sättigungsgefühl erreicht. Die Resektion erheblicher Magenanteile reduziert zudem die Produktion von "Hungerhormonen". Der Effekt im Hinblick auf die gewünschte Gewichtsreduktion ist sehr gut. Die gesamte Operation wird in der "Schlüssellochtechnik" vorgenommen, der Aufenthalt im Krankenhaus beläuft sich auf 4 bis 5 Tage.

Magen-Bypass (RNY-Magenbypass)

Bei der Magen-Bypass Operation (RNY-Magenbypass) wird der Magen knapp unterhalb des Übergangs Speiseröhre-Magen durchtrennt und die Nahrung in eine "hochgezogene" Dünndarmschlinge (=RNY-Schlinge) abgeleitet. Einerseits reduzieren sich die Nahrungsmengen erheblich, andererseits wird auch die Nahrungsresorbtion verringert da der Magen, der Zwölffingerdarm und der obere Dünndarm nicht mit der Nahrung in Kontakt kommen. Diese Kombination ist im Hinblick auf die gewünschte Gewichtsreduktion sehr effektiv. Nachteilig ist die Tatsache das der ausgeschaltete Magen und der Zwölffingerdarm über den üblichen Weg bei einer Endoskopie nicht erreicht werden kann. Die gesamte Operation wird in der "Schlüssellochtechnik" vorgenommen, der Aufenthalt im Krankenhaus beläuft sich auf 4 bis 5 Tage.

Fettabsaugung (=Liposuktion)

Die Fettabsaugung in örtlicher Betäubung stellt ein ideales Verfahren zur "Problemzonen-Behandlung" dar. Die Operation eignet sich nicht zur Beseitigung von Übergewicht, dafür aber umso mehr zur Behandlung von Fettverteilungsstörung. Dabei finden sich bei oft schlanken Patienten erhebliche Fettansammlungen z.B. im Bereich der Beine, der Hüften oder lokalisiert in der Bauchdecke. In einzelnen Fällen, ggf. auch in mehreren Sitzungen, lassen sich mehrere Kilogramm Fett gezielt nachhaltig absaugen.

Die Bauchdeckenplastik – Bodylift nach Lockwood

Hierbei handelt es sich um eine Schnittoperation, bei der Hautüberschuss und zum Teil auch große Fettanteile der Bauchdecke "weggeschnitten" werden. In einzelnen Fällen können dabei bis zu zehn Kilogramm Fettgewebe entfernt werden. Da die sogenannte "Fettschürze" häufig zu Hautveränderungen (Geschwüre, Infektionen) führt, besteht hier mit der Operation eine gute Möglichkeit der Behandlung.

Wer trägt die Kosten?

In jedem einzelnen Fall wird die Behandlungsbedürftigkeit von Seiten der Krankenkasse geprüft.

Die erforderliche medizinische Begründung erfolgt nach einer Voruntersuchung im Rahmen unserer Spezialsprechstunde. Nachfolgend wird die Behandlung vom Patienten bei seiner Krankenkasse beantragt und der Bescheid abgewartet.

Sprechzeiten

An der Chirurgischen Klinik werden alle genannten Methoden seit Jahren mit großem Erfolg praktiziert. Zum Teil ist auch eine Kombination der unterschiedlichen Behandlungsverfahren möglich. In eigens dafür eingerichteten Schwerpunktsprechstunden erhalten Sie die Möglichkeit sich noch eingehender zu informieren.

Unser Ärzteteam bietet eine spezielle Adipositas-Sprechstunde an.

Bei Rückfragen können Sie sich natürlich jederzeit mit uns in Verbindung setzen.

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