Hüftgelenkstotalendoprothese (Hüft-TEP)
von Prof. Dr. Martin Büsing
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
bei Ihnen ist die Implantation einer Hüftgelenkstotalendoprothese (Hüft-TEP) erforderlich geworden und wir möchten kurz über den Behandlungsablauf informieren.
In der Regel erfolgt die Vorbereitung zur Operation einschließlich des Aufklärungsgespräches vor der stationären Aufnahme.
Bei schweren Begleiterkrankungen ist die stationäre Aufnahme ggf. auch einige Tage vorher notwendig, so dass das Aufklärungsgespräch oder vorbereitende Untersuchungen während der Aufenthaltes vorgenommen werden.
Die gesamte Operation dauert etwa 1 1/2 Stunden. Während der Operation werden die verschlissenen Gelenkoberflächen entfernt und der verbleibende Knochen für das Implantat vorbereitet. Für die Befestigung der Prothese ist eine Einzementierung, eine zementfreie Verankerung, oder eine Kombination beider Verfahren möglich. Im Regelfall erfolgt bei Patienten über 65 Jahren eine zementierte und bei Patienten unter 65 Jahren eine zementfreie Verankerung.
Bereits am ersten Tag nach der Operation ist eine Vollbelastung des operierten Beines bei einer einzementierten Prothese möglich. Bei dem zementfreien Verfahren erfolgt eine Teilbelastung des Beines für 4-6 Wochen. Danach in Abhängigkeit von der Radiologischen Verlaufskontrolle Belastungsaufbau bis zur Vollbelastbarkeit.
Zur Vermeidung von Kalkeinlagerungen im Bereich des implantierten Hüftgelenkes erfolgt direkt postoperativ eine Bestrahlung. Ferner bekommen Sie entzündungshemmende Medikamente (z. B. Diclofenac). Als vorbeugende Maßnahme zur Vermeidung von Thrombosen bzw. Embolien erfolgt die Gabe von gerinnungshemmenden Mittel (z. B. Injektion von Fondaparinux). Postoperativ bestehende Beinlängendifferenzen können durch eine Absatzerhöhung korrigiert werden. Bei Schädigung von Nerven können vorübergehende, aber auch bleibende Gefühlsstörungen, Missempfindungen, Nervenschmerzen oder Lähmungen des Beines, z. B. Bein- /Fußhebeschwäche auftreten. Nach der Operation kann es zu einer Prothesenlockerung oder zu einer versteckten Luxationsneigung kommen.
Die Behandlung in unserer Klinik dauert etwa 10 Tage. Die Wundheilung ist nach 10-12 Tagen abgeschlossen. In der Regel erfolgt die Entfernung des Nahtmaterials im Rahmen des stationären Aufenthaltes. Während dieser Zeit erfolgt der Mobilisationsaufbau mit Hilfe unserer Physiotherapeuten. Wichtige Verhaltensmaßnahmen im Rahmen der Mobilisation sind das Vermeiden von eigenständigem Schuhanziehen, Fußnägelschneiden sowie Überschlagen der Beine. Zusätzlich Vermeidung einer Beugung über 90 Grad. Falls erwünscht wird eine Anschluß-Heilbehandlung durch unseren Sozialdienst eingeleitet und Hilfsmittel wie Toilettenensitzerhöhung und Unterarmgehstützen organisiert.
Wir sind sehr um Ihre Gesundheit bemüht und wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt und eine rasche vollständige Erholung von der Operation.