Gefäßchirurgie

Zwei Oberärzte der Klinik verfügen über die Schwerpunkbezeichnung Gefäßchirurgie und führen sämtlich Eingriffe an der Bauchschlagader sowie der Becken- und Beinarterien durch. Hinzu kommen die Operationen im Bereich der hirnversorgenden Arterien, hier besteht eine besondere Expertise. Erwähnenswert ist hier die Gefäßchirurgische Konferenz gemeinsam mit der Radiologie und der Neurologie des Krankenhauses. An der Neurologischen Klinik wurde bereits vor einigen Jahren eine zertifizierte Schlaganfallabteilung eingerichtet, so dass sich aus diesem Patientengut regelmäßig Indikationen zur Halsschlagaderoperation ergeben.

Carotisstenose - Halsschlagaderverengung

Verengungen der Halsschlagader (A. carotis rechts und links) können durch verringerten Blutstrom einen Sauerstoffmangel im Gehirn verursachen und möglicherweise zu Schlaganfall führen.

Missempfindungen (z. B. "Kribbeln"; oder "Taubheitsgefühl";) oder einseitige Kraftlosigkeit eines Armes oder Beines gehören zu den Anzeichen. Auch Sehstörungen mit plötzlichem "Flimmern"; vor den Augen müssen als Warnsignale gewertet werden.

Die Weite der Halsschlagadern lässt sich in einer ersten Untersuchung schmerzlos mittels Ultraschalluntersuchung bestimmen. Vor einer Operation sind weitere spezielle Untersuchungen erforderlich (Angiografie, CT, MRT) Falls eine höhergradige Einengung (=Stenose) vorliegt, muss diese mit einem gefäßchirurgischen Spezialeingriff beseitigt werden.

Diese Operation bietet Risiken, weil das der Schlagader nachgeschaltete Gehirn besonders empfindlich reagiert. Der Spontanverlauf einer einmal festgestellten Stenose ist jedoch wesentlich riskanter für einen Schlaganfall als die Operation.

Bei jedem Patienten erfolgt vor einer Operation eine interdisziplinäre Beratung mit den Ärzten der Neurologischen Klinik.

Der Eingriff kann standardisiert über einen 10 - 15 cm langen Schnitt am Hals erfolgt. Der Patient kann bereits am Folgetag wieder aufstehen und sich voll bewegen und natürlich auch sofort wieder essen und trinken. Bereits 5 Tage nach der Operation wird der Patient in der Regel nach Hause entlassen. Wesentlich Schmerzen oder Beeinträchtigungen bestehen nicht.

Ausgewiesene Fachärzte für Gefäßchirurgie beraten Sie gerne in unserer eigens eingerichteten Gefäßsprechstunde.

Phlebologie - Krampfaderbehandlung

Im Bereich der krankhaft veränderten Venen führen wir Operationen sowohl bei der tiefen Bein-Beckenvenenthrombose als auch bei der Krampfadererkrankung in großem Umfang durch. Hier kommen sämtliche moderne Therapieverfahren, einschließlich Kryotherapie und endoskopische Perforansdissektion sowie die Miniphlebektomie zur Anwendung.

Ästhetische Krampfaderoperationen

Krampfadern sind eine "Volkskrankheit". Sehr viele Erwachsene leiden in unterschiedlicher Ausprägung unter Varizen (=Krampfadern) und fürchten mögliche Folgen wie eine Thrombose oder Embolie.

Ltd. OA Dr. F. - J. HillejanDie Ästhetische Krampfaderchirurgie wird vornehmlich von den Gefäßchirurgen und Phlebologen der Chirurgischen Klinik, unter Leitung der Oberärzte Dr. Hillejan und Dr. Jaschke, durchgeführt. Dabei kommen alle Gewebe schonenden, modernen Verfahren zur Krampfaderbehandlung in Frage.

OA Dr. U. Jaschke

Deshalb muss Krampfaderbildung nicht zwangsläufig in jedem Fall operiert werden. Vor einem chirurgischen Eingriff ist eine ausführliche phlebologische Untersuchung, teils mit Ultraschall, teils auch unter Zuhilfenahme einer Röntgenkontrastdarstellung, unerlässlich.

Sollte eine Operation von Nöten sein, kann diese in den meisten Fällen heute in der sog. Tumeszenz-Lokalanästhesie unter Verzicht einer Vollnarkose durchgeführt werden. Es besteht so die Möglichkeit unmittelbar nach der Operation aufzustehen, mobil zu sein und im Bedarfsfall die Heimfahrt anzutreten - eine Operation kann somit in vielen Fällen ambulant durchgeführt werden. Die operative Behandlung ist heute mit modernen Methoden schonend und kosmetisch ansprechend durchführbar.

Moderne operative Methoden

Miniphlebektomie
Über kleinste Stiche, die teilweise nicht genäht werden müssen, können geeignete Varizen entfernt werden.

Kryochirurgie
Krampfadern werden vereist und angefroren und können so durch einen kleinen Schnitt auch von entfernter Stelle gezogen werden.

ESDP
Durch minimalinvasive "Schlüssellochchirurgie" können tiefe Krampaderzuflüsse abgedichtet werden.

Fasciotomie
Beim eingetretenen Fall des offenen Beines kann die Chance für die Abheilung vergrößert werden.

Krampfaderchirurgie - Was ist zu bedenken?

Nach der Krampfaderoperation muss für einen Zeitraum von sechs Wochen bis zu drei Monaten ein fest angepasster Stützstrumpf getragen werden. Die Patienten sind bereits kurz nach dem Eingriff wieder in der Lage aufzustehen und zu laufen. Es ist wichtig, dass in den ersten Wochen nach der Operation der Blutkreislauf aktiviert wird. Längeres Stehen, im Alltagleben wie auch im Beruf, sowie längeres Sitzen mit abgeknicktem Beinen (z.B. Autofahrten oder gar Flugreisen) sind zu vermeiden.

Da sich die Krampfadern über mehrere Zuflüsse netzartig über ein Bein verteilen, besteht leider immer die Möglichkeit, dass auch nach der Operation neuen Varizen (=Rezidiv) auftreten können. Dies muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein. Durch die peration lässt sich in der Regel für viele Jahre Beschwerdenfreiheit erreichen.

Sprechzeiten

Die Chirurgische Klinik bietet Ihnen jeweils dienstags und donnerstags die Möglichkeit, sich in der Spezialsprechstunde für Gefäßchirurgie intensiv mit unseren Ärzten zu besprechen. Die Untersuchung wird von Fachärzten für Chirurgie, Phlebologie und Gefäßchirurgie in Kooperation mit den Fachkräften des Phlebologiebereichs der Hautklinik durchgeführt.

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