Unfallchirurgie & Orthopädie

Unfallchirurgie

An der Chirurgischen Klinik werden sämtliche Osteosyntheseverfahren bei isolierten Verletzungen, insbesondere aber auch beim sogenannten polytraumatisierten Patienten, angewendet.

Durch den Standort der Klinik mit der vorhandenen Neurochirurgischen und Mund-Kiefer-Gesichtchirurgischen Klinik sind wir häufig Anlaufstelle für schwerstverletzte, hier bestehen auch aus Tradition des Bergbaus umfangreiche Erfahrungen. Insgesamt verfügen 5 Fachärzte für Chirurgie auch über die Subspezialität auf dem Gebiet der Unfallchirurgie.

An Osteosyntheseverfahren stehen alle modernen Techniken insbesondere der sogenannten winkelstabilen Plattenostesynthesen zur Verfügung. Diese Techniken erlauben auch bei gelenknahen Brüchen rasch eine funktionelle Nachbehandlung und Teilbelastung der betroffenen Extremität, so dass auf eine Immobilisierung weitesgehend verzichtet werden kann.

Geriatrische Unfallchirurgie

Naturgemäß behandeln wir eine große Anzahl älterer Menschen mit meist sturzbedingten Verletzungen. Im Vordergrund stehen dabei s. g. hüftgelenksnahe Frakturen sowie Brüche der oberen Extremität (Radiusfraktur, subcapitale Humerusfraktur). Ziel der operativen Behandlung ist es stets eine belastungsstabile Situation zu erreichen, so dass die Patienten praktisch immer im Anschluss an die Operation wieder mobilisierbar sind. Durch die sofortige Aufnahme der krankengymnastischen Übungsbehandlung kann in der Regel wieder das Aktivitätsniveau vor dem Unfallereignis erreicht werden. Ein spezielles Schulungsprogramm zur Sturzprophylaxe dient der Sekundärprävention und wird von unserer Abteilung angeboten.

Plastische und Wiederherstellungschirurgie

Sämtliche lokale und freie Muskellappenplastiken zur Defektdeckung nach Trauma, Tumoroperationen o. a. Indikationen einschließlich Brustaufbauplastik.

Endoskopische Gelenkchirurgie

Sämtliche diagnostische und endoskopisch operative Verfahren insbesondere an Knie und Schultergelenk mit Meniskusresektionen, arthroskopisch assistierter Kreuzbandplastik (Musculus semitendinosus/semimembranosus), Synovektomie, Retinaculumspaltung und der subacrominalen Dekompression beim Schulter-Arm-Syndrom.

Außerdem:

Minimalinvasive Sehnenrekonstruktion

Rupturen der Achillessehne behandeln wir seit einigen Jahren sehr erfolgreich in der s. g. minimalinvasiven Technik. Hierbei wird über einen ca. 2 cm großen Schnitt über der Sehne ein spezielles Zielgerät zur Einbringung von Sehnennähten eingebracht. Die Operationstechnik hat sich als äußerst wirksam und insbesondere gewebeschonend herausgestellt. Im Anschluss an die Operation erfolgt die Nachbehandlung in einem Spezialschuh, der ein sofortiges Gehen unter Vollbelastung erlaubt. In geeigneten Fällen kann die Operation ambulant erfolgen, ansonsten ist ein 1-2 tägiger Krankenhausaufenthalt im Anschluss an die Operation notwendig.

Handchirurgie

Im Bereich der Handchirurgie führen wir alle Standardverfahren der Elektivchirurgie durch. Beim sogenannten Carpaltunnelsyndrom bevorzugen wir seit einiger Zeit die endoskopische Carpaldachspaltung,mit sehr guten Ergebnissen. Ansonsten erfolgen auch im ambulanten Bereich Operationen bei der sogannten Dupuytren'schen Kontraktur.

Osteoporose-Behandlung

Osteoporosebedingte Beschwerden entstehen häufig in Folge von Wirbelkörperfrakturen, die sich spontan oder aber nach einem Bagatelltrauma ereignen. In der Regel sind diese Frakturen äußerst schmerzhaft und führen zur Immobilität. Mit der sogenannten Vertebroplastie oder Kyphoplastie kann durch Einspritzen von künstlichem Knochenzement der betroffene Wirbelkörper stabilisiert werden. Der Eingriff kann in der Regel in örtlicher Betäubung erfolgen und führt fast immer sehr schnell praktisch zur Schmerzfreiheit. Begleitende medikamentöse Maßnahmen zum Wiederaufbau der Knochensubstanz, sowie ein physikalisch-therapeutisches Behandlungsprogramm, ermöglichen die Wiedererlangung der Mobilität und tragen rasch zur Rehabilitation bei. In geeigneten Fällen können die Interventionen der Wirbelsäule ambulant geplant werden.

Fußchirurgie

Korrektur von Zehenfehlstellungen

Fehlstellungen im Großzehengrundgelenk verursachen starke Schmerzen. "Wenn der Schuh drückt", besteht häufig eine Fehlstellung im Bereich der Großzehe, die im medizinischen Sprachgebrauch als Hallux valgus bezeichnet wird. Der Hallux valgus ist die häufigste und bedeutendste Zehenfehlstellung des Menschen. Neben anlagebedingten Ursachen, häufig in Verbindung mit einem Spreizfuß, kommen mechanische Reizungen als Folge von zu engem Schuhwerk in Betracht. Es verwundert daher nicht, dass Frauen wesentlich häufiger als Männer von diesem Übel heimgesucht werden. Die Großzehe wird dabei ständig in Richtung Fußaußenrand gedrückt, wodurch sich schrittweise eine X-Stellung im Großzehengrundgelenk entwickelt. Mit fortschreitender Achsenabweichung ändert sich auch die Zugrichtung der am Grundglied ansetzenden Muskeln, was zu einer Beschleunigung und Fixierung der Fehlstellung beiträgt. In der Folge tritt der Mittelfußknochen immer mehr hervor und wird mechanisch gereizt. Der Organismus versucht sich gegen diese Reizung durch eine Gewebeverdickung und knöcherne Anbauten zu wehren. Nicht selten entstehen dann im Langzeitverlauf Druckgeschwüre, insbesondere dann, wenn die Durchblutungsverhältnisse im höheren Lebensalter verschlechtert sind. Bei extremer Ausprägung wird die eigentliche Funktion des Großzehengrundgelenkes nicht mehr erfüllt, da die Gelenkanteile völlig aus der Balance geraten.

Häufig bestehen zudem Fehlstellungen im Bereich der übrigen Zehen im Sinne einer Krallenzehenbildung.

Bei der beginnenden Hallux valgus-Fehlstellung sollte zunächst durch verbessertes offenes Schuhwerk sowie einer Einlagen- und Bandagenbehandlung bei gleichzeitig bestehendem Spreizfuß die drohende Fehlentwicklung behandelt werden. Ab einem gewissen Maß der Fehlstellung reichen diese Maßnahmen allerdings selten aus. In der Regel bestehen dann auch anhaltende Schmerzen, die über die kosmetische Indikation hinaus eine operative Maßnahme erfordern. Historisch betrachtet wurden mehr als hundert, zum Teil nur sehr geringfügig von einander abweichende, Operationstechniken beschrieben. Durchgesetzt hat sich über viele Jahre die sogenannte Resektionsarthroplastik am Großzehengrundgelenk, bei der ein Teil des Grundgliedes entfernt wird. Vorübergehend wird ein Draht zur Stabilisierung eingebracht. In den letzten Jahren haben sich neue Techniken etabliert, die eine Erhaltung des Gelenks bei gleichzeitiger Korrektur der Fehlstellung ermöglichen. Die sogenannte Chewron-Osteotomie wird hier häufig favorisiert, gleichzeitig wird der fehlgeleitete Sehnenzug korrigiert. Diese Operation führt, abgesehen von extremen Fehlstellungen, zu sehr guten Ergebnissen und es ist rasch wieder eine Belastbarkeit erreichbar.

Durchblutungsstörungen

Vorsicht ist grundsätzlich bei vorhandenen Durchblutungsstörungen und bei Diabetikern geboten, hier liegt das Augenmerk darauf, von vorn herein die Entwicklung eines Hallux valgus möglichst zu verhindern und Druckstellen zu vermeiden. Die offene Wunde am diabetischen Fuß stellt nach wie vor ein großes Problem dar und erfordert nicht selten kleine und auch größere Amputationen.

"Wenn der Schuh drückt" ist also eine gründliche Untersuchung des Fußskeletts angezeigt und sollte auch beim Schuhkauf unabhängig von modischen Trends ernst genommen werden.

Voraussetzung für eine Operation sind gute Durchblutungsverhältnisse, die im Rahmen unserer Gefäßsprechstunden gegebenenfalls sofort abgeklärt werden können.

Rückfragen & Sprechzeiten

Unser Ärzteteam bietet eine spezielle Gefäßchirurgie-Sprechstunde an. Ferner besteht eine Sprechstunde, die sich ausschließlich mit Fragen und Problemen rund um das Thema Ästhetisch-plastische Operationen befasst.

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