WAZ Recklinghausen, 18. März 2002

Darmtag: Über 1400 Besucher zeigen Interesse

Zahlreiche Fachvorträge im Zeit am Knappschaftskrankenhaus - 20 Fachärzte stellten sich den Fragen

Rund 1000 Besucher wurden erwartet, 1400 kamen zum 2. Recklinghäuser Darmtag am Knappschaftskrankenhaus.
Nicht weiter verwunderlich: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gehören zu den sogenannten Volkskrankheiten, weil sie stark verbreitet sind.
Im großen Zelt an der Schwesternschule des Knappschaftskrankenhauses zeigten die Besucher dann auch großes Interesse. Die zahlreichen Fachvorträge im Zelt, gehalten von Ärzten aus Recklinghausen, Hamburg, Bochum, Düsseldorf, Witten und Klagenfurt, waren ständig gut besucht, die 900 Sitze im Zelt ständig besetzt. Auch im Foyer wurden die Stände von verschiedenen Selbsthilfegruppe, Firmen und Kliniken stark frequentiert. Säckeweise lag Informationsmaterial aus."Darmerkrankte sind in der Regel immer auffallend gut informierte Patienten und deshalb hoch motiviert, sich weiter zu informieren", so Annemarie Meier vom Öffentlichkeitsteam.Im Vorfeld hatten Interessierte die Möglichkeit per Fragebogen selbst zu entscheiden, um welche Themen es gehen sollte. Wer seine Fragen an die Ärzte nicht offen stellen mochte, konnte auf eine schriftliche Beantwortung seiner Fragen zählen.Über 20 Fachärzte stellten sich den Fragen des Publikums und hielten Vorträge zu den Bereichen Divertikulitis, Morbus Crohn/Colitis ulcerosa und Dickdarmkrebs, darunter Prof. Dr. Martin Büsing vom Knappschaftskrankenhaus und Prof. Dr. Michael Starlinger (Klagenfurt). "Früherkennung ist von entscheidender Bedeutung", warben sämtliche Vortragenden für Vorsorgeuntersuchungen. Das geschieht - schnell und schmerzlos - durch Ultraschall bis hin zu Darmspiegelungen. Wichtig, so Dr. Ursula Matema (Recklinghausen), sei es bei Darmpatienten auch, regelmäßig Proben zu entnehmen und zu untersuchen. "Es gibt Veränderungen, die so klein sind, dass sie sich nur unter dem Mikroskop zeigen!"Diplom-Oecotrophologin Gisela Biller (Hamburg) informierte über Ernährungstherapien bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Diät muss nicht langweilig sein. Sie zeigte, welche Ernährungsweisen bei Darmerkrankungen wichtig und richtig sind, zum Beispiel Milchprodukte als Kalziumlieferanten. "Es gilt, die Lebensqualität zu verbessern."Ein nächster Recklinghäuser Darmtag ist geplant, der möglicherweise im Ruhrfestspielhaus stattfinden wird.